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Direktdosieren – Ein Überblick

Das Direktdosieren ist ein Dosierverfahren zum Aufbringen von flüssigen und gel-artigen Substanzen direkt an das zu verarbeitende Werkstück (Bauteil). Der Auftrag erfolgt dabei direkt an die Unterseite des Werkstücks. Das Prinzip ähnelt dem eines Stempelverfahrens (Pin-Transfer-Verfahren), nur das hier das Werkstück seine eigene Referenz für den Substanzauftrag bildet, d.h. dass das Werkstück selber als Stempelwerkzeug für den Substanztransfer genutzt wird. Dabei werden das ganze Werkstück oder Einzelbereiche, wie Anschluss-Pads, als Referenzfläche für die Benetzung  genutzt. Die Substanz wird auf einer Folie bereitgestellt, welche je nach Erfordernis durch eine unter ihr angebrachte Struktur mittels Vakuum geformt wird.

Allgemeiner Ablauf des Direktdosiervorgangs:

  1. Das Werkstück wird in die Substanz eingetaucht. Es erfolgt dabei ein Benetzen an der Unterseite und unter Umständen an den seitlichen Flächen des Werkstücks.
  2. Die Substanz wird mittels Folie nach den Erfordernissen vor oder nach dem Eintauchen des Werkstücks strukturiert.
  3. Das Werkstück wird wieder aus der Substanz herausgehoben.
  4. Ist das Werkstück weit genug herausgehoben kommt es zu einem Abriss der Substanz, wobei ein Teil der Substanz am Werkstück verbleibt.
  5. Das Werkstück mit der Substanz kann nun an den Ort der weiteren Verarbeitung gebracht werden, z.B. Bestückung auf einen Trägersubstrat.

Das Direkt-Dosieren wird üblicherweise bei folgenden Bearbeitungsschritten eingesetzt:

  • Benetzung von Werkstückunterseiten partiell oder vollflächig
  • Einsatz in Bestückungsprozessen bei denen an das zu bestückende Werkstück die Substanzen direkt aufgebracht werden
  • Chip-Kleben bei COB
  • zeitkritische Verarbeitungsprozesse
  • bei Sonderformen des Verbindungsmittels oder der Verbindungsstelle

Referenzen

[1]          Offenlegungsschrift DE000010145396A1
[2]          Patentschrift DE000010145396B4
[3]          Internationale Patentanmeldung WO002002022278A2
[4]          Internationale Patentanmeldung WO002002022278A3

weiterführende Beiträge

Technologische Voraussetzungen für das Direktdosieren
Wissenswertes für eine gute Direktdosierung
Verfügbare Technik für das Direktdosieren

Abb. 1 Darstellung einer Direkt-Dosier-Einheit mit vorbereiteten Dosiermaterial (blau)

Abb. 1 Darstellung einer Direkt-Dosier-Einheit mit vorbereiteten Dosiermaterial (blau)

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